Foto Thorn Kray Text

Zum Persönlichen (in) der Öffentlichen Soziologie

Vor einigen Monaten habe ich einen Beitrag im studentischen Soziologie Magazin publiziert, der eine Art Selbstdemontage vorlegte (Kray 2015). Es ging um die „Konsequenzenlosigkeit der Soziologie“ für die Gesellschaft.
Der Grund, warum ich den Artikel schrieb, war die Frage danach, was ich selbst als Angehöriger dieser Zunft wohl hoffen darf, aktiv beitragen zu können zur ‚positiven’ Entwicklung unserer Gesellschaft. Warum frönen so viele von mir persönlich verehrte VertreterInnen der Soziologie einem Pessimismus, der eine positive Vision der Zukunft – des Faches wie der Gesellschaft – im Keim zu ersticken droht? Können wir eine solche Vision entwickeln, ohne dabei allzu schnell affirmativ zu werden? Was braucht es, um nicht bloß kritisch zu sein? Und noch schwieriger: Wie verhilft man einer solchen Vision dann zu (politischer) Wirkmächtigkeit?

Biniok_Blog

Soziologie „hautnah“ und im „Vollkontakt“: Disziplinirritation im Forschungshandeln

Der Autor reflektiert anhand seiner Erfahrungen in zwei sehr unterschiedlichen Forschungsprojekten seine Haltung bzw. sein Selbstbild als Soziologe und fragt, wie „nah“ – verstanden als „Grad der Einmischung“ – ein soziologischer Forscher seinem Gegenstand kommen kann und kommen darf.

Empfiehlt es sich angesichts globaler Dauerkrisen einen Blogbeitrag zu verfassen, der sich nicht mit den gesellschaftlichen Sorgen, Nöten und Ängsten der Menschheit auseinandersetzt, sondern sich der „anonymen“ Wissenschaft Soziologie zuwendet? Um die Antwort vorweg zu nehmen: Natürlich empfiehlt es sich und womöglich ist es geradezu zwingend, sich mit einer wissenschaftlichen Disziplin auseinanderzusetzen, die sich Gesellschaft und soziales Zusammenleben als den Forschungsgegenstand gewählt hat.

Courtney

Public Sociology and the Custodianship of the Social

Richard Courtney war einer der Redner in der Session “Public Sociology and Social Imagination” (Research Network 29 Social Theory) auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Soziologie am 27. August in Prag. Mit seinem Blogbeitrag „Public Sociology and the Custodianship of the Social” beginnt eine Serie von Gastbeiträgen. Weitere Gastautorinnen und Gastautoren sind herzlich willkommen. Es ist gegenwärtig noch nicht möglich, einen komplett zweisprachigen Auftritt des  „Public Sociology Lab“ zu realisieren. Gleichwohl werden immer wieder Blogbeiträge auf Englisch veröffentlicht werden, um dem Tunnelblick einer rein deutschsprachigen Debatte von Anfang an zu vermeiden. Der Blogbeitrag von Richard nimmt seinen Ausgangspunkt ebenfalls beim Begriff und Mantra des soziologischen Vorstellungsvermögen.

Gusti-School

Balancing Research and Community Commitment in the Interwar Romanian Sociology: Dimitrie Gusti’s ‘Sociologia Militans’ as Public Sociology

Auch Levente Székedi war einer der Vortragenden in der Session “Public Sociology and Social Imagination” (Research Network 29 Social Theory) auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Soziologie am 27. August in Prag. In seinem Vortrag präsentierte er eine frühe Form Öffentlicher Form aus Rumänien, die sog. Gusti-Schule. Damit machte er einerseits deutlich, dass „Public Sociology“ schon lange vor Michael Burawoys Konzept existierte. Andererseits stellen sich Fragen der Definition und Angrenzung Öffentlicher Soziologie. Sein Blogbeitrag ist eine gekürzte Version seines Vortrages.

Soziologisches_Interesse

„Damit beschäftige ich nur aus soziologischem Interesse…“ – Plädoyer für eine Entmystifizierung der Soziologie

Am 3. Oktober 2015 hielt ich auch Einladung von Studierenden die Abendvorlesung „Damit beschäftige ich nur aus soziologischem Interesse…“ – Plädoyer für eine Entmystifizierung der Soziologie auf dem 5. Studentischen Soziologiekongress mit dem schönen Titel „Denken überdenken“ in Tübingen.

Im Folgenden möchte ich mit einer gekürzten Fassung dieses Vortrags die Blogreihe des „Public Sociology Labs“ eröffnen. Ich hoffe, dass sich viele Autorinnen und Autorinnen finden, die aktiv dazu beitragen, dass sich dieser Blog zu einem Ort des Dialogs und der Vernetzung entwickelt.

Ein Experiment mit offenen Ausgang

David Lukacs / Iris Schweinöster / Stefan Selke / Isabella Stief / Sebastien Tenta Das erste und vielleicht wichtigste Publikum einer Öffentlichen Soziologie sind die Studierenden selbst. Wenn diese sich dann noch mit öffentlich relevanten Themen beschäftigen, wird es span-nend. Öffentliche Soziologie kann am Ende eines studentischen Forschungsprojekts auch bedeuten, einmal neue Textformate auszuprobieren. Beim […]